Workshops 2016

Die Beschreibung der Referent*innen findest du hier.

Aus Verbundenheit handeln – aufbrechen mentaler Infrastrukturen mit Christiane Kliemann

Die inneren Prägungen moderner Menschen sind tief in der Wachstumslogik verwurzelt. Solche durch moderne Konsumgesellschaften geprägten „mentalen Infrastrukturen“ (Harald Welzer) sind eines der Haupthindernisse für einen umfassenden sozial-ökologischen Wandel. Die Methode der Tiefenökologie nach Joanny Macy oder die „Arbeit, die wiederverbindet“ hat viele praktische interaktive Übungen entwickelt, um diese mentalen Infrastrukturen aufzubrechen. Es geht vor allem darum, uns unsere vielschichtigen Gefühle in Bezug auf die Situation der Welt und anderer Menschen/Lebewesen wieder bewusst zu machen, denn diese sind auch ein wichtiger Feedbackmechanismus des lebendigen Systems „Erde“. Die heute weit verbreitete Verdrängung solcher Gefühle schneidet uns nicht nur von diesem ab, sondern auch von unserer Lebenskraft und Kreativität, die wir brauchen, um den dringend benötigten Systemwandel voranzutreiben. Neben kurzen theoretischen Einblicken in das Konzept der Tiefenökologie und Systemtheorie besteht dieser Workshop vor allem aus praktischen Übungen, die helfen, nicht den Mut zu verlieren und zu lernen, aus der Verbundenheit mit anderen Lebewesen bzw. vorausgegangenen und nachfolgenden Generationen heraus zu handeln.

Zeit für Commonist*innen! mit Pia Selina Damm

„Die Welt ist was Gemachtes“, singt Dota in ihrem Lied „Utopie“. Wir können sie selbst (mit-) formen. Die starr vorgegebenen Denkmuster von „Eigentum“, „Arbeit“ und „Leistung“ können wir Schritt für Schritt durchbrechen, sie neu denken und anders leben! Klar existiert das große Spielfeld des Kapitalismus weiter, doch wir können versuchen, so gut wie möglich anders zu spielen – Spielregeln zu brechen, neu aufzustellen und vermehrt zu kooperieren, statt gegeneinander zu zocken.                                                             Commons sind in aller Munde – als zentraler Begriff spielen sie im Diskurs um alternatives Wirtschaften eine bedeutende Rolle. Wieso sind Commons so im Kommen? Ist die Idee dahinter neu und unbekannt oder gab es vielleicht sogar früher gemeinschaftlich organisiertes Zusammenleben und solidarisches Miteinander? Wer sagt eigentlich, dass homo oeconomicus und auf Konkurrenz basierender Kapitalismus natürlich sind – sprich schon immer da waren? Dass wir eben von Natur aus individuelle Nutzenmaximierer*innen sind und keine kooperativen, sozialen Wesen?

Was ist Transformative Wissenschaft? mit Julia Fuchte

Welche Rolle spielt eigentlich Wissenschaft im gesellschaftlichen Wandel hin zu einem guten Leben für alle? Dieser Frage wollen wir im Workshop nachgehen und uns eine neue Bewegung aus den Wirtschaftswissenschaften ansehen, die sogenannte Transformative Wissenschaft. Anhand eines Positionspapiers und eigener persönlicher Fragen an den gesellschaftlichen Wandel werden wir diskutieren, ob die Wissenschaft der Zukunft vielleicht eine ganz andere sein könnte – partizipativer, praxisnäher, vielfältiger und werteorientiert …

Monokulturen, Mastanlagen, Mahlzeit! – industrielle Tierhaltung und die globalen Folgen mit Corinna Heins

Was hat mein Steak eigentlich mit Regenwaldabholzung zu tun? Und wusstest du, dass die Tierhaltung laut UNO 18% zum anthropogenen Treibhauseffekt beiträgt?
Diesen und weiteren spannenden Fragen widmet sich der Workshop „Monokulturen, Mastanlagen, Mahlzeit!“. Gemeinsam werden wir das Thema „Tierhaltung und die globalen Folgen“ mit infomativen Spielen erforschen und überlegen was sinnvolle Handlungs- und Aktionsmöglichkeiten sind.

Warum brauchen wir Plurale Ökonomie? – Die Wirkungsmacht von abstrakten Wissenschaften in unserer Gesellschaft mit Simon Stott

Im Workshop werden wir uns mit der Macht von Denkformen auseinandersetzen. Insbesondere am Beispiel der abstrakten Wirtschaftswissenschaft, untersuchen wir ihren Einfluss auf unsere Gesellschaft. Anhand dieser Analyse entwickeln wir ein Verständnis zur Frage, warum brauchen wir plurale Ökonomie? Dabei hilft uns die Frage, wie abstrakte Modelle auf unsere Gesellschaft wirken, einen vielfältigen und doch verbundenen Ansatz von pluralen Wirtschaftswissenschaften zu erarbeiten.

Ein Unternehmen im Konsens mit Elena Tzara

Ein Unternehmen, dass keine Werbung macht, keine Gewinne erwirtschaften will und dabei mehreren 10.000 Endkunden und über 1.600 gewerblichen Partnern ein Mitspracherecht auf Augenhöhe bietet? Das kann doch nicht funktionieren! Oder doch? Ein wesentlicher Schlüssel zu unserer Arbeitsweise ist die sogenannte Konsensdemokratie, d.h. die bewuste nicht-hierarchische und gemeinsame Entscheidungsfindung mit allen direkt Betroffenen in einem Kollektiv. Hierzu werdet ihr in Gruppen vor ein paar handfeste Herausforderungen gestellt, um das Konsensverfahren zu üben. Gleichzeitig erzähle ich was wir tun, warum, und was das Ganze bringt – eine Einführung in das revolutionäre utopistische Firmenkonzept von Premium also.

Einführung in die Wachstumskritik mit Nico Heinz-Fischer

Was ist (Wirtschafts-)Wachstum eigentlich und was ist das Problem dabei? Von Reboundeffekten bis zu Suffizienz werden grundlegende Ansätze, Ideen und Begriffe der Wachstumskritik vorgestellt und diskutiert.

Traummalerei: Wandel visualisieren mit Sabrina Hosono

Im Workshop soll die persönliche Vorstellung, der subjektive Traum einer individuellen erträumten Zukunft visualisiert werden, um anhand dessen Einsichten in eigene Ziele, Erwartungen und Hoffnungen zu erlangen, den bisherigen Lebensweg dahingehend zu reflektieren und neue Wege und Schritte vorstellbar zu machen. Wo will ich eigentlich hin? Was hindert mich daran? Was ist meine persönliche Aufgabe?

geldfreier leben oder: Wege in ein neues Miteinander mit Tobi Rosswog

Der Aktivist, Speaker & Mitweltpädagoge Tobi Rosswog lebte 2,5 Jahre konsequent geldfrei. Aus seinen Erfahrungen, Perspektivwechseln und Lernwegen wird er Ideen für ein neues Miteinander skizzieren. Ein Leben frei von Verwertungslogik, Leistungsdruck und Selbstoptimierungswahn inspiriert und ermutigt eine andere Gesellschaft zu denken. Die Frage ist: Wie möchten wir leben und wie sieht eine zukunftsfähige Gesellschaft von Morgen aus?

Beschleunigung mit Nico Heinz-Fischer

Gefühlt wird alles immer schneller, vom eigenen Computer bis zur Gesellschaft als Ganzes… Was wird tatsächlich schneller, was nicht? Warum lässt sich insgesamt von einer Beschleunigungstendenz der Moderne reden? Wie wirkt sich diese auf die Lebensqualität aus und was hat das Ganze mit Wirtschaft und Wachstum zu tun?

Klimapolitik mit Lukas Prinz

Der weltweite Klimaschutz ist die Herausforderung, denen wir als junge Menschen gegenüberstehen. Bis zum Abkommen in Paris letzten Dezember schien die Politik wie gelähmt. Doch warum war das so? Weshalb bewegte sich die Klimapolitik so wenig und was hat sich mit dem Abkommen von Paris geändert? Welche Bedeutung hat die internationale Klimapolitik für uns vor Ort und wie nehmen Jugendliche auf den Klimagipfeln selbst Einfluss? Diese Fragen sollen als Ausgangspunkt für diesen Workshop dienen, indem wir gemeinsam Klimapolitik verstehen und Lösungen erarbeiten wollen.

Postwachstumsgesellschaft mit Nico Heinz-Fischer

Wenn wir akzeptieren, dass das aktuelle Wirtschaftssystem, das auf permanentem Wachstum beruht, nicht zukunftsfähig ist, stellt sich unweigerlich die Frage danach, wie eine „Postwachstumsgesellschaft“ aussehen könnte und sollte. Deshalb diskutieren wir alternative Ansätze des Wirtschaftens und Zusammenlebens und überlegen gemeinsam, welche Schritte wir ganz konkret zur Realisierung einer Postwachstumsgesellschaft unternehmen können.